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Verkehrsrecht

Haftung des Fahrgastes einer Straßenbahn bei fehlendem Halt und Sturz

bei derAnfahrt

 

Nach der obergerichtlichen Rechtsprechung umfasst die Pflicht eines Fahrgastes zur Eigensicherung die Obliegenheit, sich unmittelbar nach dem Zusteigen in einen Bus oder eine Straßenbahn sicheren Stand oder einen Sitzplatz sowie sicheren Halt zu verschaffen .
Kommt ein Fahrgast bei normaler Anfahrt eines Linienbusses zu Fall, spricht der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass der Sturz auf mangelnde Vorsicht des Fahrgastes zurückzuführen ist (OLG Frankfurt/M., NZV 2011, 199).
Es liegt ein erhebliches Mitverschulden vor, wenn es sich aufdrängt, dass gerade in dem Zeitraum des besonders gefahrträchtigen Anfahrens sicherer Halt an einer der Haltestangen hätte gesucht werden müssen und dies nicht getan wird.
Dieses  Mitverschuldens kann dazu führen , dass einem Geschädigten auch keine Ansprüche aus §§ 280 Abs. 1, 611 BGB oder § 831 BGB zustehen (OLG Hamm Urteil vom 17.02.2017, 11 U 21/16)